Klangwelten – Ein Zusammentreffen musikalischer Kulturen





Vergangenen Mittwoch konnte man im ausverkauften Piano Mora in „vielsaitige Klangwelten“ eintauchen, wie es das Motto der Veranstaltung so schön sagte. Und das auch noch für einen guten Zweck: Der Erlös des Abends geht an den Verein Nai aus Linz, der mit Musiktherapie Kinder in Krisengebieten unterstützt, z.B. wurde bereits ein Chor im Libanon ins Leben gerufen. Kammermusikstücke, von Mitgliedern des Passauer Universitätsorchesters in verschiedener Besetzung präsentiert, trafen auf afghanische Volksmusik.
 


Nach einer kurzen Einführung wurde der Abend mit dem Stück „Andante und Rondo“ von Franz Doppler eröffnet. Dem Flötenvirtuosen der Romantik wurde dann auch mit zwei Querflöten und Klavierbegleitung alle Ehre erwiesen. Weiter ging es mit den afghanischen Brüdern Wais und Qais. Obwohl sie gerade einmal 18 bzw. 20 Jahre alt sind, kann man sie gut und gerne schon als wahre Könner ihrer Instrumente Rubab, ein jahrhundertealtes Saiteninstrument, und Tabla, eine ursprünglich aus Indien stammende Trommel, bezeichnen. Die Beiden haben bereits auf der Landesgartenschau im Deggendorf, beim Passauer Kulturjam im letzen Jahr und beim Festival der Kulturen 2014 ihr Können unter Beweis gestellt und auch an diesem Abend das Publikum von Anfang an in ihren Bann gezogen. Bevor es in die Pause ging, gab es noch einen Ausflug in die Welt der Oper: Geige und Klavier spielten die „Melodie“ aus Oprheus und Euridice von Gluck. Außerdem machte sich ein Sextett „einen musikalischen Spaß“ mit vielen falschen Noten – der Komponist des Stücks, Mozart, soll dazu gesagt haben, er müsse halt immer einen Narren haben.

Nachdem sich das Publikum mit Tapas und Wein gestärkt hatte, wurde es vom Horn wieder in den Konzertsaal gerufen, um nun die „3 russischen Lieder“ von Glinka zu genießen. Zusammen mit dem Sonnenuntergang vor den großen Fenstern kreierten die eher traurigen Klänge eine stimmungsvolle Atmosphäre. Wais und Qais wollten anschließend mit einem Stück zeigen, was an Schnelligkeit und Fingerfertigkeit auf ihren Instrumenten möglich ist – als ob das vorher noch nicht klar gewesen wäre. Den letzten Beitrag des Universitätsorchesters bildete ein weiteres Stück von Mozart, diesmal ein ernstgemeintes: Das „Klarinettenquintett in A-Dur“. Geschrieben wurde es für den Klarinettisten Anton Stadler, einen angeblichen Schmarotzer. Für diesen Umstand klang das Lied fast ein bisschen zu freundlich. Den Abschluss bildeten Wais und Qais, wobei der eigentliche Star des Abends zum Vorschein kam: Ihr vierjähriger Bruder, der zu einem der Stücke eine für sein Alter beachtliche Tanzeinlage einlegte.

Nach einem tosenden Applaus traten die Zuschauer beschwingt hinaus in die Nacht – sicher in der Hoffnung auf einen weiteren Kammermusikabend.

kultürlich-Autorin und Fotos: Ina Frank


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