Hinten sind Rezepte drin: Geschichten, die Männern nie passieren würden

Bild: Fischer Verlage
Nach dem Erfolg ihres Buches „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag: Geschichten vom schönen Scheitern“ erschien vor Kurzem Katrin Bauerfeinds zweites Buch „Hinten sind Rezepte drin: Geschichten, die Männern nie passieren würden“. Doch keine Sorge, hinter dem Titel verbirgt sich nicht eines dieser Bücher, in denen Frauen über das Frausein in der heutigen Gesellschaft jammern - ganz im Gegenteil.

Katrin Bauerfeind erzählt in ihrem Buch Geschichten darüber, wie es ist, heutzutage eine Frau zu sein. Als Grundlagen dienen meist Erlebnisse aus ihrem eigenen Alltag. So wird die Kunst die Arbeit einer Kollegin konstruktiv und gleichzeitig einfühlsam zu kritisieren, ebenso thematisiert wie die Frage, ob die Welt mit einem weiblichen Gott wirklich besser dran wäre. Gleichzeitig werden auch Gesellschaftsphänomene des digitalen Zeitalters, wie zum Beispiel der Zusammenhang zwischen Gefühlen und Emojis oder das neue Berufsfeld des Modebloggers, mit einem Augenzwinkern unter die Lupe genommen. Zwischen den episodenhaften Erzählungen aus dem Leben einer Frau streut Katrin Bauerfeind immer wieder auch Zahlen und Fakten zum Mann- und Frausein ein. So erfährt man zum Beispiel, dass die Ausgaben für Lippenstifte pro Jahr in Deutschland bei über 100 Milliarden Euro liegen, sich die Zahl der neuen Unterhosen, die sich Männer pro Jahr kaufen, jedoch nur auf 6 Stück beläuft.
Foto: Tibor Bozi

Katrin Bauerfeind gelingt es, sich dem Thema Emanzipation auf eine erfrischend humoristische Art zu nähern. Ganz ohne erhobene Zeigefinger, dafür aber mit einer gehörigen Portion Selbstironie und Witz. Niemand wird in eine Opferrolle gedrängt, dafür bekommen Männer und Frauen gleichermaßen den Spiegel vorgehalten und werden für ihre Marotten und Eigenheiten durch den Kakao gezogen.
 
Wer keine Lust hat selbst zu lesen, dem können wir nur wärmsten empfehlen, sich „Hinten sind Rezepte drin“ als Hörbuch von Katrin Bauerfeind persönlich vorlesen zu lassen. Viele der beschriebenen Situationen und Dialoge liest die Autorin so lebendig vor, dass man meine könnte, man wäre selbst dabei gewesen. Und spätestens, wenn sie Anekdoten aus ihrer Jugendzeit in Aalen erzählt und dabei ins Schwäbische verfällt, kann man sich ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen. Übrigens, bevor noch jemand enttäuscht ist, hinten sind selbstverständlich keine Rezepte drin…
 
kultürlich-Autorin: Anna Rössler


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