Ein Ausflug in das antike Passau – Das Römermuseum Kastell Boiotro


Foto: Robert Geisler

Ohne Zweifel ist Passau eine Stadt, die sich durch viele Besonderheiten auszeichnet. Die Stadt, gelegen am Zusammenfluss der drei Flüsse Inn, Donau und Ilz zieht seit jeher Besucher an und lädt bei einem Spaziergang dazu ein, sich in den Gassen zu verlieren und am Wasser zu verweilen. Die Besucherströme, die wie die Flüsse jedes Jahr vom Frühling bis in den Spätsommer fließen und die für so eine kleine Stadt blühende Gastronomie und Kultur erschaffen gerade in den Sommermonaten eine sehr lebendige Atmosphäre. Diese kommt vielleicht gerade durch die Beständigkeit der historischen Altstadt, die zahlreichen Hochwässern und einigen Bränden getrotzt hat, besonders zur Geltung.

Eine Gelegenheit die reiche Historie dieser Stadt zu erkunden bietet eines von Passaus interessantesten Museen, welches sich in der bekannten Lederergasse in der Innstadt befindet. Für einen minimalen Obulus (4,-/2,- ermäßigt) dürfen Besucher hier in das antike Passau der Römerzeit eintauchen. Die fast ausschließlich aus Passau stammenden Ausstellungsstücke reichen vom Mesolithikum (6. – 8. Jahrhundert v. Chr.) bis zum Ende des römischen Reiches im Jahr 476 n. Chr. und werden durch den Einsatz verschiedener Medien sinnvoll ergänzt. So kann man nicht nur Gegenstände des zivilen und militärischen Lebens in Augenschein nehmen, sondern wird in seiner Vorstellungskraft durch Audio- und Videosequenzen unterstützt.
 
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Eine detailreiche virtuelle Rekonstruktion der Stadt im Laufe von über vier Jahrhunderten mutet ein wenig an wie ein aufwendig animiertes Setting eines Computerspiels - bis man durch die Ortsspitze und das Passauer Umland den Zusammenhang zur eigenen Stadt erkennt und sich so ein äußerst realistisches Bild der Vergangenheit machen kann.

Im Untergeschoss kann das wichtigste Ausstellungsstück des Museums hervorgehoben durch eine Lichtinstallation bewundert werden: Das Kastell Boiotro selbst und dessen anschaulich in Szene gesetzte 1700-jährige Baugeschichte.

Sonderausstellung "Grab des Sennedjem"


Beleuchtet werden im Zusammenhang der Ausstellung nicht nur architektonische und historisch-politische Entwicklungen der Stadt, sondern auch zahlreiche Aspekte des gesellschaftlichen Lebens ihrer Bewohner, wodurch ein vielschichtiges Bild gezeichnet wird.

Von März bis November zieht das Römermuseum Kastell Boiotro zahlreiche Besucher an und bietet zusätzlich zur Daueraustellung gelegentlich auch sehr interessante Sonderausstellungen, wie beispielsweise vom 18. März bis 18. September 2016 „Die Grabkammer des Sennedjem“, die sich mit der Architektur ägyptischer Felsengräber im „Tal der Könige“ beschäftigt. Wir finden auf jeden Fall, dass diese Perle der Passauer Museenlandschaft einen Besuch wert ist und wünschen euch dabei viel Vergnügen!

kultürlich-Autorin: Joana Kirstein


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