Ein Plädoyer für Reclam – 5 Gründe für die gelben Heftchen

Quelle: kunstgeschichte.info
Quelle: kunstgeschichte.info

Jeder kennt sie, manch einer hasst sie: Die gelben Heftchen mit der schwarzen Schrift auf dem minimalistischen Cover, die viele vor allem an lange Deutschstunden und aufgezwungenes Lesen erinnern. Natürlich war nicht jeder im Deutsch Leistungskurs und wenn man etwas lesen muss, verliert es für die meisten seinen Reiz. Es gibt jedoch gute Gründe, die negativen Assoziationen hinter sich zu lassen und der Reclam-Ecke im Buchhandel aus freien Stücken einen Besuch abzustatten.


1. Reclam hat Format


Finden viele so genannten „Taschenbücher“ gefühlt manchmal nur in einem Trekking-Rucksack Platz, so nimmt Reclam den Begriff wörtlich. Ein Reclam-Heft passt mit 10 x 15 cm zudem nicht nur in jede Hand- oder Umhängetasche, sondern auch bequem in die meisten Hosentaschen. Wer Wartezeiten gerne mit Lesen überbrückt oder eine breite Reisebibliothek aus echten Büchern einem E-book Reader vorzieht, hat somit den perfekten literarischen Begleiter gefunden.

2. Viel mehr wert, als es kostet


Nicht nur aus Platzgründen kann man sich beim Einkaufen am Reclam-Regal so richtig austoben. Preiswert wäre noch untertrieben, denn die Klassiker, die man hier erstehen kann, sind so viel mehr wert als ihr unheimlich kleiner Preis. Für 2,80 € kann man wählen zwischen einem Cappuccino oder dem Band „Der Sturm ist da. Gedichte des Expressionismus“.

 

3. Kultur für Natur


Beim 2009 von einer unabhängigen Agentur durchgeführten Öko-Ranking deutschsprachiger Taschenbuchvereine erzielte die Universal-Bibliothek Reihe von Reclam den ersten Platz. Im vergangenen Jahr wurde der Verlag zudem für seine umweltfreundliche Produktion als erster deutscher Buchverlag mit dem Blauen Engel zertifiziert. Die Reihe Universal-Bibliothek wird vollständig aus recycelten Materialien hergestellt, sodass die Natur nicht unter eurer Liebe zur Kultur leiden muss.


4. Klassiker sind immer aktuell


Es gibt Menschen, die behaupten, große Literatur beschäftige sich nur mit zwei Themen: Der Liebe und dem Tod; alles andere seien nur Unterthemen derselben. Ohne Zweifel beschäftigen sich die großen Klassiker, die der Reclam-Verlag im Taschenbuchformat verlegt, mit den Themen, welche die Menschheit schon immer beschäftigt haben und die auch nie an Relevanz einbüßen werden. Wir leiden Liebeskummer mit dem jungen Werther oder bewundern die innere Stärke von Schillers Maria Stuart ohne dass dabei die Intensität des menschlichen Lebens, Leidens und Sehnens verloren ginge.

5. Grenzenlose Literaturwelten


Wie teuer und schwer es sein kann, in Deutschland ausländische Literatur in der Originalsprache zu erstehen, weiß wohl jeder, der es schon einmal versucht hat und dabei bitter enttäuscht wurde. Dank Reclam kein Grund mehr, rot zu sehen – oder gerade doch. Denn mit der „roten Reihe“ bietet der Verlag ein breites Angebot an im Onlineshop nach Kultur- und Sprachräumen geordneter Literatur. Wer also Jane Austen oder García Márquez lieber im Original lesen möchte, muss dafür nicht mehr so tief in die Tasche greifen und kann seinen Horizont gleich in mehr als einer Hinsicht erweitern.

Für den Fall, dass ihr jetzt direkt Lust auf Lesestoff bekommen habt, hier noch einige Empfehlungen:

 

Für: Hobby-Psychologen
Es geht um: Den Studenten Nathanael, der nach einem Kindheitstrauma im Erwachsenenalter durch die Erscheinung des „Sandmannes“ in den Wahnsinn getrieben wird.
Lesen weil: Man bei der Lektüre wunderbar rätseln kann ob der Sandmann denn nun wirklich oder nur in der Vorstellung des Protagonisten existiert.
Übrigens: Die Hochschulgruppe „Spott on“ adaptierte den Stoff im Sommersemester 2015 und wir berichteten.



Für: Gesellschaftskritiker
Es geht um: Den einfachen Soldaten Woyzeck, der physisch und psychisch an seine Grenzen geht, um die Existenz seiner Familie zu sichern und dabei von allen Seiten wie Dreck behandelt wird.
Lesen weil: Man gar nicht anders kann, als mit Woyzeck zu leiden und Büchner so wunderbar kritisch ist.
Übrigens: Im Anschluss an die Lektüre kann man sich die Verfilmung mit Klaus Kinski als perfekten Woyzeck ansehen.



Déjame que te cuente… von Jorge Bucay

Für: Glücksuchende
Es geht um: Die Therapiesitzungen des jungen Demián bei seinem Psychoanalysten Jorge, der seine Weisheiten in bezaubernde Kurzgeschichten verpackt.
Lesen weil: Dieses Buch dem Leser mit jedem Kapitel Lebenslektionen vermittelt.
Übrigens: Aufgrund seiner Struktur der ideale Begleiter um kürzere Wartezeiten zu überbrücken.

 

kultürlich-Autorin: Joana Kirstein



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen